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 Cholesterin 

[01]    Cholesterin - einem Schreckgespenst wird der Zahn gezogen!
[02]  Was ist Cholesterin?
[03]   Wieviel Cholesterin brauche ich?
[04]   Wenn Cholesterin so wichtig ist für den Körper, warum soll es dann schädlich sein?
[05]   Wie hoch ist mein Cholesterinspiegel?
[06]   Wenn mein Cholesterinspiegel in Ordnung ist, bin ich dann sicher vor Herz-Kreislaufkrankheiten?
[07]   Was kann ich tun, wenn mein Cholesterinspiegel zu hoch ist?
[08]   Was kann ich essen, was sollte ich meiden?
[09]   Was kann ich auf medizinischem Weg erreichen?
[01] Cholesterin - einem Schreckgespenst wird der Zahn gezogen!

Alles schreit nach cholesterinarmer Nahrung! In unserer Gesellschaft scheint ein (zu) hoher Cholesterinspiegel wie ein Damoklesschwert über unserem Esstisch zu hängen, und nur allzu oft fragen wir uns: Darf ich das essen?

Diese Frage ist leichter gestellt als beantwortet. Und sie wirft weitere Fragen auf: Wie hoch ist mein Cholesterinspiegel? Wozu kann ein zu hoher Cholesterinspiegel führen? Wieviel Cholesterin brauche ich? Was ist überhaupt Cholesterin?

Fangen wir einmal hinten an:
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[02] Was ist Cholesterin?


Cholesterin ist eine Grundsubstanz des Körpers, ein fettähnlicher Stoff, den der Körper braucht, um seine Arbeit aufrecht zu erhalten. Unter anderem baut er damit stabile Zellwände auf, stellt Gallensäuren her, die bei der Verdauung helfen, produziert Vitamin D, das zum Aufbau der Knochen benötigt wird, und bildet Geschlechtshormone (wie Testosteron und Östrogene) und Cortison.

Ein Mangel an Cholesterin kann deshalb u.a. zu Störungen der Menstruation und verstärkter Gesichtsbehaarung bei Frauen führen, aber auch zu Schwellungen, allergischen Reaktionen, Energiemangel und Müdigkeit, oder zu Aggression, verminderter Stresstoleranz und sogar zu erhöhter Selbstmordgefahr.

Da Cholesterin nicht im Blut löslich ist, wird es an Eiweisse gebunden transportiert. Diese Eiweiss/Cholesterin Komplexe nennt man "Lipoproteine". Davon gibt es zwei Arten:

  • Das LDL (Low Density Proteine) verteilt das Cholesterin im Körper. Bei zu hohen Cholesterinwerten wird dieses an den Blutgefässwänden abgelagert. LDL wird auch als "schlechtes" Cholesterin bezeichnet.
  • Das HDL (High Density Proteine) hingegen führt das Cholesterin zur Leber zurück. Von dort wird ein Teil des Cholesterins über die Galle ausgeschieden. HDL wird deshalb auch als "gutes" Cholesterin bezeichnet.
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[03] Wieviel Cholesterin brauche ich?

Im Normalfall produziert unser Körper genügend Cholesterin selber, und zwar täglich 1-2 Gramm. Das deckt den Eigenbedarf auch bei einer völlig cholesterinfreien Ernährung.
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[04] Wenn Cholesterin so wichtig ist für den Körper, warum soll es dann schädlich sein?


Nun, wie so oft ist das "Was" nicht so wichtig wie das "Wieviel". Hohe Cholesterinspiegel sowie Rauchen, Bluthochdruck und Diabetes sind die grössten Risikofaktoren für die Entwicklung von Herz-Kreislaufkrankheiten. Überschüssiges Cholesterin setzt sich an den Arterienwänden fest und führt dazu, dass

  • der Durchmesser der Arterien durch die Ablagerungen reduziert wird (Arteriosklerose, Arterienverkalkung)
  • der Blutfluss durch die Gefässe immer schwieriger wird
  • die Bildung von Blutgerinnseln begünstigt wird (Thrombose)

Wenn das Blut nicht mehr durch die Arterien fliessen kann, stirbt Körpergewebe, das durch diese Gefässe versorgt wird, ab, weil es keinen Sauerstoff mehr erhält. Die Folgen sind:

  • Durchblutungsstörungen in den Beinen
  • Herzinfarkt
  • Hirnschlag
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[05] Wie hoch ist mein Cholesterinspiegel?

Wenn das Gesamtcholesterin 8,0 mmol/l oder das LDL ("schlechtes Cholesterin") 5,0 mmol/l übersteigen, aber auch wenn zuwenig HDL ("gutes Cholesterin") vorhanden ist (Verhältnis Gesamtcholesterin/HDL: 6,5 oder grösser), dann sind Massnahmen zur Senkung des Cholesterinspiegels angebracht. Lassen Sie Ihr Blut von Ihrem Arzt untersuchen, um Ihre Werte festzustellen.
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[06] Wenn mein Cholesterinspiegel in Ordnung ist, bin ich dann sicher vor Herz-Kreislaufkrankheiten?

Mit einem guten Cholesterinspiegel sind Ihr Herz und Ihr Kreislauf schon einmal auf einem sehr guten Weg. Es gibt jedoch neben dem Cholesterin auch noch andere Blutfette, deren Anteil im Blut für unsere Gesundheit wichtig ist, die Triglyzeride. Diese sind so genannte Neutralfette, die wir mit unserer Nahrung aufnehmen. Vor allem durch Alkoholkonsum werden die Triglyzeride im Blut angereichert. Triglyzeridwerte über 2,0 mmol/l gelten als zusätzlicher Risikofaktor und senken die zulässigen Cholesterinwerte (s.o.) auf maximal 6,5 mmol/l Gesamtcholesterin, 4,0 mmol/l LDL und ein Verhältnis Gesamtcholesterin/HDL von 5,0.

Wie bereits erwähnt gibt es auch weitere Faktoren, die das Risiko einer Herz-Kreislaufkrankheit erhöhen. Die wichtigsten sind Rauchen (auch Passivrauchen !), Bluthochdruck und Diabetes. Genau wie überschüssige Triglyzeride senken auch diese Risikofaktoren die zulässigen Cholesterinwerte auf die oben erwähnten. Auch zunehmendes Alter und Bewegungsmangel können einer Herz-Kreislaufkrankheit förderlich sein.
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[07] Was kann ich tun, wenn mein Cholesterinspiegel zu hoch ist?

Da sowohl Cholesterin- als auch Triglyzeridwerte stark von unseren Lebensgewohnheiten abhängen (v.a. Ernährung, aber auch Rauchen, Alkohol und Bewegungsmangel), bieten sich Massnahmen in diesem Bereich an. Eine Änderung der Lebensgewohnheiten, wie z.B. Diät, mehr Bewegung, oder mit dem Rauchen aufhören, kann bisweilen Wunder bewirken. Leider bedingt diese Änderung in den meisten Fällen eine ziemlich rigorose Selbstdisziplin. Doch selbst wenn z.B. eine Diät eisern durchgehalten wird, kann es vorkommen, dass dies zu wenig Erfolg bringt. Deshalb, und vor allem auch in Verbindung mit Bluthochdruck und Diabetes, bietet die Medizin Lösungen an.
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[08] Was kann ich essen, was sollte ich meiden?

Die schlimmsten Feinde unseres Cholesterinspiegels sind die gesättigten Fette, enthalten v.a. in tierischen Fetten, also in Fleisch und Milchprodukten. Sie regen die Leber zur Produktion von LDL an. Einfach ungesättigte Fette hingegen enthalten viel Vitamin E, das sich an das LDL bindet und so eine Verstopfung der Arterien verhindert. Man findet sie z.B. in Oliven- und Rapsöl.

Von Vorteil ist auch eine Erhöhung der Nahrungsfasern, da sie das Cholesterin an sich binden und dieses so ausgeschieden wird.

Ebenso kann jedes beliebige alkoholische Getränk, in kleinen täglichen Mengen genossen, den HDL-Spiegel um 5-10% erhöhen. Rotwein hat den Vorteil, dass die darin enthaltenen Flavonoide der Ablagerung von LDL an den Arterienwänden entgegenwirken. Allerdings erhöht Alkohol auch den Gesamtcholesterinspiegel und die Triglyzeridwerte.
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[09] Was kann ich auf medizinischem Weg erreichen?

Am erfolgversprechendsten ist eine Umstellung der Lebens- und Essgewohnheiten ergänzt durch eine medikamentöse Therapie und unter Aufsicht Ihres Arztes. Die Medizin setzt dabei bevorzugt so genannte Statine ein. Diese senken v.a. den LDL-Spiegel. Der Einsatz von Statinen vermindert das Risiko von Herzinfarkt und Schlaganfall stark und macht zudem kostspielige Untersuchungen und Eingriffe unnötig.

Eine solche Therapie empfiehlt sich, wenn das 10-Jahre-Risiko, an einer Herzkrankheit zu erkranken, 20% übersteigt. Sie sollten deshalb mit Ihrem Arzt eine Gesamtbeurteilung Ihres Risikoprofils vornehmen. Er wird dann entscheiden können, welche medikamentösen und nichtmedikamentösen Therapien in Ihrem Fall angebracht sind. Dadurch können Sie nicht nur Ihre Lebenserwartung steigern, sondern ganz allgemein auch Ihre Lebensqualität verbessern, da weitgehend Beeinträchtigungen als Folge von Herzbeschwerden vermieden werden können.
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Geändert am 18.11.2011
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